Arzt - Patient

Liebe Besucher!

Hier befasse ich mich mit einem Thema das Sie alle denke ich, brennen interessiert.
Es soll hier darum gehen:


Es geht aber auch darum von Patientenseite aus, ein Stück Verständnis für den Arzt und das Praxisteam zu bekommen.
Denn oft ist Unsicherheit, von beiden Seiten die Ursache für Mißverständnisse und Ärger auf beiden Seiten.

Es ist aber auch ganz klar, das ein Arzt der unverschämt wird, oder Ihnen keinen Glauben schenkt, oder Sie einfach nur abwimmelt, nicht damit gemeint ist.
Das sind in meinen Augen Gründe, den Doktor zu wechseln.

Vorbereitung zu einem Arztbesuch

Sie haben nun also einen Arzttermin dem Sie entgegenfieber. Es sind so viele Hoffnungen und Wünsche damit verbunden, aber auch die Angst wieder auf die Nase zu fallen.
Was können sie nun machen, damit der Termin von Ihrer Seite aus so gut wie möglich organisiert ist? Damit Sie etwas ruhiger in die Praxis gehen können, mit dem Wissen aus Ihrer Sicht alles getan zu haben?

Da gibt es eine Menge kleine Helferlein, die ich Ihnen an's Herz legen möchte.

Als allererstes sollten Sie ausreichend Zeit einplanen!

Nichts bringt Sie als Patient so schnell auf die Palme als eine lange Wartezeit, wenn Ihnen andere Termine schon im Nacken sitzen.
Bei guten Ärzten dauert es manchmal sehr lang, weil sie gut sind.
Also planen Sie für den Tag nichts anderes ein. Sie werden schließlich auch Zeit dafür brauchen, sich durch den Kopf gehen zu lassen, was besprochen wurde. Sollten Sie berufstätig sein, so nehmen Sie sich den Tag frei wenn es ein wirklich wichtiger Termin ist.

Sagen Sie jetzt nicht: Einen Tag Urlaub, bin ich bescheuert, oder was? Für einen Arztbesuch?!? - Der Termin ist etwas wichtiges für Sie, weil es um Sie geht. Für wichtige Dinge sollte man sich immer Zeit nehmen, also nehmen Sie sich Zeit für sich!
Versuchen Sie sich nach dem Termin mit einem Cafebesuch zu belohnen, oder mit einem Buch, einer CD, einer Klamotte. Es ist Ihr Tag und Sie haben was geleistet, also belohnen Sie sich dafür! Damit haben Sie sich schon 'ne Menge Wind aus den Segeln genommen.

Bei der Terminvergabe können Sie gleich darauf achten, zu welcher Tageszeit Sie sich fitter fühlen, wann Sie mehr Beschwerden haben, wie lange die Anfahrt dauert.

Sagen Sie bei der Terminierung das es sich um ein Erstgespräch handelt, das mehr Zeit als üblich beanspruchen wird. Sagen Sie wann es aus welchen Gründen nicht geht - die Sprechstundenhilfe kann das nicht erahnen. Die meisten Sprechstundenhilfen gehen darauf ein, wenn Sie freundlich aber bestimmt sind in Ihrer Formulierung.
Vergessen Sie nicht, in der Sprechstunde geht ständig das Telephon das aus Arbeitsabläufen rausreißt.
Für die Sprechstundenhilfe sind Terminierungen Routine, sie denkt bei einem Anruf nicht daran, aus welchen Gründen ein Termin nun nicht machbar ist.
Bei ihr rufen ständig Menschen an, bei denen alles schnell und flott und am besten noch gestern gehen muß.
Verstehen Sie, was ich meine? Wenn Sie von vornherein sagen, sie brauchen einen Termin zu den und den Bedingungen weil es anders nicht machbar ist, dann wird sie aus ihren Trott gerissen und fängt an außerhalb der Routine zu denken.

Der wichtigste aller Punkte bei Arztbesuchen, Untersuchungen , Besprechungen:
Vergessen Sie niemals!, niemals das wir alle nur Menschen sind.

Wir alle haben gute und schlechte Tage, stehen manchmal auf dem Schlauch, oder sind gereizt, haben schlechte oder gute Nachricht erhalten etc.
Sie genauso, wie der Doc, oder die Assistentin, die Sprechstundenhilfe, das Laborpersonal, Mitpatienten- alle! Und für alle sollte gelten: freundlich, tolerant und Rücksichtnahme.
Das heißt aber auch, daß sich ein übelgelauntes Fachpersonal nicht herausnehmen darf Sie anzupflaumen. In dem Fall wehren Sie sich und sagen: " Entschuldigung aber ich glaube nicht, das Sie ein besserer Mensch sind als ich, also bitte etwas mehr Respekt!"
Schließlich riecht es bei uns allen nicht nach Veilchen, nach der Toilette ;-)

So Sie haben Ihren Termin fachmännisch gejagt, erlegt und fest gemacht. Was nun?

Setzen Sie sich hin mit einer guten Tasse Tee , oder Cafe oder was sie sonst gerne mögen.
Nehmen sie sich wiederum Zeit und außerdem einen Zettel und einen Stift in die Hand.

Diese Litanei an Worten nehmen Sie mit zum Termin. Ja Sie haben richtig gehört, das sind Ihre Gedächtnisstützen beim Onkel Doktor im Besprechungszimmer.
Im Ernst es wird Ihnen helfen den Faden beim Gespräch nicht zu verlieren, es wird Ihnen den nötigen Überblick verschaffen, was Sie schon angesprochen haben und es wird Ihnen sehr schnell zeigen, wie weit der Arzt sich auf Sie einläßt.

Das Gespräch beim Arzt.

Als erstes sollten sie sich klar machen, das sie mit einem Menschen reden nicht mit einem Gott. Das bedeutet Sie müssen nicht ehrfürchtig vor ihm erstarren, oder vor lauter Respekt sich nicht trauen Ihre Zettel zu zücken.

Das bedeutet aber auch, das Ihr Gegenüber, wie Sie selbst, im ersten Moment Eindrücke von Ihnen gewinnt, die vielleicht falsch sind, die es selbst gar nicht bewußt wahrnimmt.
Es ist auch bei Ärzten so das sie Sympathien und Antipathien haben. Natürlich muß ein Arzt in der Lage sein, das bei Seite zu schieben, wenn es um Diagnostik geht. Aber manchmal ist es verflixt und zwei Leute können einfach nicht miteinander.
Wenn Sie das merken, dann lassen Sie es bleiben, suchen Sie dann einen anderen Arzt auf, denn sie beide werden so nie auf einen Nenner kommen und beide Nervenkostüme werden blank liegen.

Aber lassen Sie dem Doc auch für die ersten zehn Minuten eine Chance, bevor Sie daüber entscheiden, ob er auf der Abschußliste steht oder nicht.

Ich selbst habe beides erlebt. Ärzte die nach fünf Minuten schon unten durch waren, was ich dann auch gesagt habe und Ärzte die anfangs von mir einfach so überrumpelt waren, das sie nicht wußten wie sie mich einschätzen sollten.

Sagen Sie dem Arzt ganz klar das Sie schon viele Enttäuschungen von Kollegen erlebt haben (sofern dies der Fall ist), daß Sie sich Beschwerden und Fragen aufgeschrieben haben um beiden Zeit zu ersparen, um effektiver die vorgegebene Zeit zu nutzen und um nichts zu vergessen.

Lassen sie sich nicht mitten im Satz abwürgen, ohne nachzufragen warum dies oder das nun nicht wichtig sei.
Fragen Sie so lange bis Sie es verstanden haben! Es ist die Aufgabe eines Arztes Sie aufzuklären - Aufklärungspflicht nennt man das und es ist Ihr gutes Recht. Sie gehen ja nicht zum Almosen betteln, Sie zahlen für den Arztbesuch.
Kein Mensch käme auf die Idee sich bei einem handwerklichem Beratungsgespräch mitten im Satz unterbrechen zu lassen, oder gar bei einer Finanzierungsberatung der Bank.
Bloß bei Ärzten machen das so viele Menschen.

Wenn die Zeit knapp wird, lassen Sie sich zur Not einen neuen Termin geben, oder einen Telephontermin.
Fragen Sie bei Untersuchungen wie diese heißen, was dabei gemacht wird. Fragen sie was für Blutwerte abgenommen werden und machen Sie klar, das Sie ein Kopie der Werte haben möchten.

Wenn Sie bei Ihrem Arzt merken, das in der Praxis der Bär steppt, das er einen Tag hat an dem er etwas konfus ist, oder alle Welt auf ihn einstürtzt, dann zeigen Sie mit einem Augenzwinkern, das sie mitbekommen was er leistet. Das geht ganz einfach mit: "Na Sie haben heute aber viel um die Ohren." oder "Der Feierabendkaffe muß heute wohl noch etwas länger warten".
Zuerst wird Sie der Doc wahrscheinlich irritiert ansehen, aber er wird es dankbar aufnehmen.
Sagen Sie aber auch, daß Sie es leider nicht ändern können und nun seine Dienste in Anspruch nehmen müssen, weil es Ihnen dreckig geht.

Hat der Arzt gute Arbeit geleistet, so loben Sie ihn. Lob spornt an, so weiterzuverfahren wie bisher und hilft manches Ärgenis schrumpfen zu lassen.
Außerdem wissen wir alle, wie selten es ist als Hormonkranker wirklich hervorragend betreut zu werden.
Bedanken Sie sich bei Arzt dafür, denn es ist heute leider keine Selbstvwerständlichkeit mehr.

Bei einem Arzt der schludert, der ungeduldig ist, der Sie abwimmeln will, der kein Einfühlungsvermögen zeigt und sich nicht mal die Mühe macht zu verstehen was Sie haben, da werden natürlich andere Seiten aufgezogen!
Dem sollen Sie seine Fehlbarkeiten und Unkenntnisse unter die Nase reiben und zwar klar und deutlich, ohne ausfallend zu werden.
Dieser hat es verdient wenn er zu hören bekommt: " Wenn ich meine Arbeit so schlecht machen würde wie Sie, dann würd ich aber spätestens nach zwei Tagen gekündigt", oder "Sie nehmen sich ja nicht einmal die Zeit über das von mir Gesagte nachzudenken, das gehört aber genauso zu Ihrem Beruf wie Rezepte verschreiben" oder " Wer finden und therapieren will, der mußt ersteinmal anfangen zu suchen - auch bei ungewöhnlichen Sachen", das schlagenste aller Argumente: " Es ist nicht Ihr Körper sondern meiner und ich stecke in ihm und nicht Sie".

Sätze in dieser Art sind keine Beleidungung gegen ihn als Privatperson und machen doch deutlich klar, was Sie von seinem medizinischem Können halten.
So einem Arzt sollten Sie sowieso sofort wechseln! Und informieren Sie Ihre Krankenkasse darüber, nicht das für Sie Leistungen abgerechnet werden, die nicht erbracht wurden.

Falls Sie nach dem Arztbesuch noch fit genug sind, so gönnen Sie sich eine Kleinigkeit, oder versuchen Sie auf eine Ihnen angenehme Weise ,den Termin ausklingen zu lassen.
Sagen sie sich immer wieder, Sie haben alles getan was in Ihrer Macht stand, jetzt heißt es abwarten. Klopfen Sie sich auf die Schulter und loben sie sich, Sie haben es verdient!

Wie kommt es dazu das uns medizinisches Personal manchmal so komisch und unsensibel erscheint?

Tja das ist ein großes Themengebiet. Zum einen kommt es uns wohl so vor, weil es oft den Tatsachen entspricht. Zum anderen weil wir als Patienten keinen Einblick in den Tagesablauf einer Praxis oder Station haben.

Ich habe beides. Ich bin Patient und ich habe lange Zeit als Krankenschwester in einem großen Akutkrankenhaus meiner Stadt gearbeitet. Ich kenne den Ablauf bei Aufnahme, bei Diagnostik und Behandlung.
Ich weiß wo sich die kleinen Fehler beim Personal einschleichen, die sie uns so fremd machen. Ich weiß was man aus Sicht des Personals dagegen tun kann.
Ich weiß aber auch welche uns seltsam erscheinenden Verhaltensweisen des Fachpersonals, einfach durch ihre tägliche Routine kommen.

Eine ganz typische Situation: Sie sind Patient und haben den schönen Namen Diagnostix. Es ist Montag 9.00 Uhr und Sie haben einen Kontrolltermin beim Arzt Ihres Vertrauens ;-).

Sie gehen in die Praxis rein, es riecht nach einem Gemisch aus Desinfektionsmittel, Parfume der Artzhelferin, sowie diversen Mitpatientinnen und einer Prise Kaffee.
Das Telephon klingelt, an der Anmeldung sehen Sie geschäftiges Personal mit Akten, Überweisungscheinen, Rezepten, Laborzetteln und Papieren aller Art hantieren.

Ersteinmal werden Sie kurze Zeit ignoriert und fühlen sich irgendwie fehl am Platze.
Hier geht es schon los: Höchstwahrscheinlich werden Sie nicht ignoriert! Die Sprechstundenhilfe registriert Sie sehr wohl, sie will aber den verdammten Papierkrieg erst irgendwie bändigen, weil sie sonst danach wieder von vorne anfangen muß.

Jede Akte hat ein bestimmtes System, wie Befunde, Labor , Arztberiche etcpp. einzuordnen sind. Je nach Chef ist das anders....und der Chef motzt wenn die Akten nicht in gewohnter Weise abgeheftet sind,weil man dann nicht mit einem Handschlag das richtige Dokument aufschlagen kann.
Also schnell das reingeheftet und schon wieder an dem blöden Pappendeckel geschnitten. Das schmälert die Laune...;-)

So nun werden Sie angesprochen: " Ja bitte? Sie haben heute Termin? Moooooment!"
Das Gekruschtel in weiteren Papierhäufen beginnt, während professionell im PC die Listungen aufgerufen werden und gleichzeitig in den Raum gefragt wird: " Diagnostix hat heute Termin um Neun???"
Man fragt sich, ob sie nicht wissen was sie für Termine vereinbaren....
Ah weit gefehlt unwissender Patient :-)). Diese Handlung ist reine Routine. Ins Papier kucken, wer Sie da eingetragen hat, nachsehen ob jemand vergessen hat Sie im PC einzutragen und gleichzeitig mit der oben gestellten Frage die Hoffnung äußern, daß ein Kollege das weiß ohne das man selbst weiter suchen muß.

Man hat Sie glücklicherweise gefunden, ein Lächeln huscht über das Gesicht der Arzthelferin, weil es so reibungslos klappt. Die Karte wird eingescannt und hier muß man als Personal schon wieder bangen ob das auch ohne Computerabstürze etc. klappt, oder ob die Karte eine Macke hat.

Danach werden Sie ins Wartezimmer gebeten und dort begint die Qual des Patienten - Warten und manchmal sehr, sehr lange warten.
Woher kommt das, sind die zu doof Termine zu machen - das huscht einem wieder durch den Kopf. Nein sind sie nicht!
Sie müssen pro Tag xy Patienten behandeln, je mehr Patienten desto mehr Einbestellungen. Warum soviele Einbestellungen? Tja in erster Linie, weil so viele Menschen krank sind und Hife benötigen von diesem Arzt und damit sich das Geschäft lohnt und die Kosten rein kommen. Das meine ich jetzt nicht negativ, es ist Tatsache. Im Krankenhaus noch viel extremer als in der Praxis.
Sie als Patient sind der Doofe - bedanken sie sich dafür bei den Machern der Gesundheitsreformen!

Während vorne weiter eifrig gearbeitet wird, fällt jemanden ein, das Sie ja auch eine Blutabnahme bekommen sollen. Also geht es los das zwei voneinader unabhängige Einheiten, nämlich Anmeldung und Labor, miteinander kommunizieren müssen.
Das machen sie auf ihre eigene, hausinterne Art und Sie kommen sich mal wieder vor wie auf einem anderen Stern.

"Diagnostix soll E'lyte',CRP, Senkung bekommen und kleines und großes Blutbild dazu. Ach ja und dann noch ft3 und ft4 und TSH basal. Ich habs doch gestern schon hergerichtet, wo sind denn die Röhrchen? " Antwort der Kollegin " Und wo ist der Zettel? Wieso liegt der nicht da im Fach, wo Morgenlabor steht? Wo ist der überhaupt, wer hat das angeordnet was da abgenommen wird, kommt da noch was dazu?"

Bevor Sie nun in Kopfschütteln verfallen, übersetzte ich Ihnen schnell was das höchstwahrscheinlich heißt:
Morgen Kollegin, hier ist Frau Diagnostix. Sie soll laut Arztanordnung folgende Blutwerte kontrolliert bekommen: Mineralstoffe und Spurenelemente, den CRP Faktor und die Blutsenkung um extreme akute Entzündungsgeschehen auszuschließen, sowie weitere Blutbestandteile wie rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen und die gesamten Untergruppen der weißen Blutkörperchen, ja und die Schilddrüsen Routine bitte dazu.
Antwort der Kollegin:
Das ist ja ne ganze Menge und das schon so früh !Ich bin müde und so verspult das ich den Laborzettel nicht auf Anhieb finde, ist der vielleicht noch bei Dir in der Akte? Oder habt ihr den gestern vergessen herzurichten? Übrigens kommt zu den Labor noch was dazu, dann warte ich nämlich noch und spar ich mir zweimal stechen und Blutabnehmen....

Hört sich komplett anders an, nicht wahr? Beides transportiert aber die gleichen Inhalte, bloß ist die erste Variante für das Personal untereinander, weil sie sich da beim Reden Zeit sparen.

Das sind nur zwei winzig, winzig kleine Ausschnitte aus dem Routinealltag. Und glauben Sie mir, wenn ich aus dem Alltag im Krankenhaus plaudern würde , würden Sie so manches besser verstehen, was da hausintern läuft. In jedem Krankenhaus.
Deswegen ist man ja unter anderem dem Arbeitgeber dazu verpflichten, auch wenn man schon längst gekündigt hat,oder in Rente ist, nichts negatives über ihn zu sagen. Und natürlich auch um der Schweigepflicht gegenüber den Patienten genüge zu werden.

Also nicht Sie sind auf einem anderen Stern, sondern ein UFO scheint gelandet zu sein :-)
In diesem Sinne:
Scotty beamen....

Wie Ärzte mit Patienten umgehen. Woher das manchmal kommt.

Tja liebe Ärzte, hier sollten Sie nun ganz genau lesen, was Kollegen von Ihnen so fabrizieren und was wir Betroffenen davon halten.
Auch Berufsanfänger und Medizinstudenten sollten die Augen und Ohren aufsperren, da sie dann die Fehler hoffentlich nicht machen werden.
Ich will aber genauso erklären, wieso der Umgang oft so kritisch ist.

Am häufigesten passiert uns endokrinologischen Fällen, das wir jahrelang ohne anständige Diagnostik, von einem Arzt zum anderen eilen. Woran dies liegt? - Ganz einfach, weil wir zu hören bekommen:

Das meine Damen und Herren ist nur ein winziger Ausschnitt, aus dem was ich wörtwörtlich zu hören bekam und was auch andere Patienten wortwörtlich zu hören bekamen.
Wer das selbst nicht erlebt hat, will es gar nicht glauben. Die meisten sagen: Das kann doch nicht wahr sein?!
Fragen Sie die Familienangehörigen und Freunde dieser Leute, fragen Sie Mediziner bei denen ständig solche Fälle in der Praxis sitzen. Sie werden feststellen, es ist wahr und es passiert tausendfach in unseren Praxen und Kliniken.

Die Patienten gehen zum Arzt, beschreiben ihre Beschwerden - diese sind in sehr vielen Fällen diffus, passen auf Anhieb zu keinem gut bekannten Krankheitsbild. Also erleben die meisten eine Routineuntersuchung wie Elektrolyte, kleines und großes Blutbild, Leberwerte, Gerinnungsfaktoren, mit viel Glück Ruhe-EKG und das wars.

Mit dieser Diagnostik erkennen Sie aber keinerlei Stoffwechselkrankheit der SD.
Also bohrt der Patient,der sich inzwischen vor lauter Verzweiflung selbst auf die Suche nach der Diagnose gemacht hat nach und will beispielsweise die SD-Werte gemacht haben.

Wissen Sie was Ihre Kollegen in ich behaupte mal 87 % der Fälle machen?
T3 und T4 und mit ganz, ganz viel Glück TSH und wenn Sie schon fast an einen Crack geraten sind sogar noch SD-spezifische Antikörper.
Doch die Auswertung läßt uns die Haar zu Berge stehen: Die Werte sind in der Norm und die Antikörper negativ. Da ist nichts. Versuchen Sie sich zu entspannen, ernähren Sie sich gesünder, blablabla.

Zu vielen Ärzten ist gar nicht durchgedrungen daß SD-Werte und das Befinden des Patienten nicht immer übereinstimmen, das jeder Patient eine andere Hormonmenge benötigt um sich wohlzufühlen, das es Hashimotoleute mit euthyroter Stoffwechsellage gibt, die massivste Unterfunktionssymptomatik haben.
Auch das es im oberen und unteren Normbereich der Werte schon zu starken Symptomen einer Unter oder Überfunktion kommen kann, nämlich dann wenn der Körper früher eine höhere oder niedrigere SD-Dosis gewohnt war.
Wenn dann noch die Kombination mit anderen Hormonen dazukommt, sind die meisten völlig aufgeschmissen.

Es ist auch nicht zu Ihnen durchgedrungen das autoimmune SD-Krankheiten wie Hashimoto und Morbus Basedow in ca 20 % der Fälle überhaupt keine Anitkörper haben. Da können Sie lange suchen, sie werden keine finden, was aber nicht sofort heißt der Patient hat das nicht und spinnt.

Es scheint sich weiterhin nicht großartig rumgesprochen zu haben, das es verschiedenen SD-Medikamente gibt. Reine t4 Präperate, reine t3 Präperate, Mischpräperate aus t3 und t4, Mischpräperate mit t3 und Jod, oder t4 und Jod.
Völlig in Vergessenheit geraten zu sein scheint das Wissen , das gerade Hashimotopatienten häufig die reinen t4 Präperate nicht gut vertragen. Sie fühlen sich schlecht damit, obwohl ihre Werte steigen.
Das konnte man bei einigen Betroffenen sogar am Labor sehen, indem das t4 im oberen Normbereich lag, oder sogar schon drüber. Der t3 Wert hingegen in der unteren Norm rumkrebste , oder sogar drunter war.

Liebe Mediziner, Liebes medizinisches Personal,
wenn Sie einen mit SD-Hormon eingestellten Patienten bekommen und Sie nach der Medikamentation fragen: Schilddrüsenhormon ist nicht immer gleich L-Thyroxin!
Die Aussage es wären alles die gleichen Schilddrüsenhormone stimmt auch nicht. Denn eine t4 Einnahme, ist keine t3 Einnahme. t3 wirkt nach dreißig Minuten sofort und wird auch sofort verbraucht, t4 ist ein Spiegelmedikament, da muß das t3 erst noch draus synthetisiert werden in der Leber.
Wenn Sie nun jemanden haben wie mich, der t4 nicht ausreichend zu t3 umwandeln kann, schießen Sie ihn in den Orbit, wenn Sie ihn mit einem Mal nur noch t4 andrehen wollen.
Natürlich gibt es nur zwei SD-Hormone die gegeben werden t3 und/oder t4, aber es kommt maßgeblich auf die Dosierung an und darauf was es für ein Präperat ist.

So, hat der Arzt nun seine Routine gemacht, von der wir nun alle wissen sie reicht nicht aus, kommt er flugs zu einem Urteil und das lautet: Hormone können es nicht sein. Der Patient bekommt über kurz oder lang oben genannte Erklärungen präsentiert.
Ich selbst kenne drei SD-Patienten die in die Psychiatrie zwanggseingewiesen wurden und kein Arzt hat die SD Werte bestimmt. Keiner hat dran gedacht, weil es ja nich sein kann!
Bei allen Dreien kam danach heraus, das sie weder Psychosen noch Depressionen im klassischen Sinn hatten, sie hatten einfach Morbus Basedow, Hashimoto und ein Adenom.
Das es keine psychischen Ursachen waren, erkannte man daran das sich Ihr Beschwerdebild schlagartig mit Hormonregulierung besserte.

Diese Menschen haben ein Leben lang damit zu kämpfen, das sie sechs Wochen gegen ihren Willen, und völlig unnötig, mit Psychopharmaka vollgestopft wurden, das überall in ihren Akten der Vermerk der Psychiatrie lange Zeit drin war.
Keiner der Ärzte die das verbockt haben, haben jemals soviel Rückgrat besessen, sich dafür zumindest zu entschuldigen.
Ich bekomme so oft Anfragen von Patientinnen, die alle schon Psychotherapie hinter sich haben, weil sie ihrem Hausarzt geglaubt haben. Dann stellt sich heraus, das sie SD-Erkrankungen haben, meist Hashimoto. Sie werden eingestellt und siehe da, sie fühlen sich wieder wie ein Mensch.
Es war nichts im psychologischen Bereich ursächlich für die Beschwerden verantwortlich, es war organisch bedingt.
Aber was hat man gemacht? Der Patientin eingeredet, es wäre ihre Psyche und sie müsse dran arbeiten.

So macht man seelisch gesunde Menschen zu Wracks die sich danach nichts mehr zutrauen! So machen sie Menschen kaputt! Diese Menschen leiden jahrelang unter dieser beschissenen Fehldiagnostik. Schreibt Euch das hinter die Ohren!

Ursachen für diesen Wahn

Liebe Betroffene, was glauben Sie wieviel in den medizinischen Lehrbüchern für Studenten zum Thema Schilddrüse steht:
Erschreckend wenig. Sie müssen sich vorstellen, wenn Themen, wie Herz oder Magen- Darm Trakt hunderte von Seiten füllen, hat man zum Thema Schilddrüse gerade mal hundert Seiten, wenn es hoch kommt. Es gibt nicht viel zu Anatomie zu sagen hat man den Eindruck, wobei dies noch der ausführlichste Teil ist.

Im Teil der Physiologie, bekommt der Student immer wider zu lesen: Noch nicht genauer erforscht, noch nicht genauer bekannt, Funktion/ Nutzen unbekannt, evtl Vermutung das.... und so weiter.
Im Bereich der Biochemie, kann man zumindest die Entstehung von t3 und t4 erklären, weiß aber längst auch noch nicht alles.
Und in der Klinik, tja da könnte man echt lauthals loslachen wenn es nicht so traurig wäre! Da wird kurz erwähnt , das es eine Über und Unterfunktion gibt, das es in Deutschland am häufigsten den Jodmangel gibt und dessen Prophylaxe, Schilddrüsenkrebs wird erwähnt und die Adenome werden als Lapalie hingestellt. Hashimoto wird , wenn überhaupt in Nebensätzen erwähnt und beim Morbus Basedow, wird an sich nur auf die Überfunktion und den Exopthalmus eingegangen. - Fertig.

So nun müssen Sie sich vorstellen, das die Medizinstudenten im Schnitt gleich nach dem Abi anfangen, das heißt sie sind ca 19 -bis 22 Jahre alt.
Sie haben Lehrbücher, aus denen sie fleißig lernen, sie nehmen das was dort drin steht für bare Münze. Klar sie haben ja überhaupt keine anderen Erfahrungen, wie sollten sie auch?
Was die Dozenten sagen, wird gelernt und als wahr erachtet, was es auch ist.
Da die SD aber immer ein Stiefkind in dem Bereichen ist, so erfahren die Studenten auch kaum was darüber.

Sie haben solche Massen an Wissen in sich reinzupauken, das die wenigsten überhaupt den Nerv dafür haben, Randgebiete anzusehen.
Außerdem kommt erschwerden hinzu das Medizinstudenten keine aureichende Ausbildung im Umgang mit Patienten bekommen. Das läuft nebenzu im Vergleich zu den anderen Fächern.
In einem Medizinstudenten Kurs wurde mal die Frage erörtert: Warum sich manche Ärzte drum reißen die Nachricht von tödlichen Krankheiten dem Patient zu vermitteln. (Solche Kaliber gibt es wirklich)
Die Antwort war, weil Menschen dieser Art sensationslustig und machthungrig sind und sich an dem Leid es anderen ergötzen.
In dem Zusammenhang wurde dann diskutiert was schlimmer sei: Einem Fremden die Diagnose zu sagen ,oder einem Familienangehörigen.

Nun raten Sie mal, was der gesamte Kurs , bis auf meine Freundin , gesagt hat? - Bei einem Fremden wäre es viel schlimmer, weil den Angehörigen, den würde man ja kennen, da wisse man ja wie er reagieren würde.
Ok, ich glaube der Satz zeugt einfach von absoluter Unwissenheit und keiner der Personen hatte bis dato jemals eine tödliche Diagnose übermitteln müssen, geschweige denn einen Menschen sterben sehen.

Bei der Frage was man als Arzt mache, wenn man auf eine Patientenfrage keine Antwort weiß, kamen die tollkühnsten Vorschläge. Aber die naheliegenste Sache, nämlich dem Patient zu sagen: "Das weiß ich jetzt aus dem Stehgreif nicht, da muß ich nachsehen" wurde von den Studenten als falsch angesehen.
Mit der Begründung, sie können sich vor dem Patient diese Blöße nicht geben, der Patient hätte dann kein Vertrauen mehr in sie.

Liebe Medizinstudenten und Arztneuankömmlinge:
Jedem Patient der etwas wissen will ist es tausendmal lieber, das Sie zugeben erst nachsehen zu müssen, als das Sie ihm gar nix sagen, oder gar was falsches!
Sie werden bei den allermeisten Patienten sofort in Ihrem Ansehen steigen, wenn Sie zugeben nicht allwissend zu sein. Kein Patient setzt das voraus, aber er setzt voraus das der Arzt immer ehrlich zu ihm ist.
Sie sind nicht Gott Sie können nicht alles wissen und es verlangt auch kein Patient von Ihnen, behalten Sie das immer im Hinterkopf!

Sie sehen also das es nicht nur an dem Arzt liegt, das unsereins so verlassen auf weiter Flur steht.
Es liegt auch an dem Lehrsystem der Universitäten, an der Ausbildung der Ärzte und daran das viele Patienten den Arzt heute noch als eine Art Gottheit betrachten.
Es liegt daran, das im Bereich der klinischen Beschwerden bei SD-Krankheiten immer wieder vergessen wird, wie vielschichtig die Symptome sind. Es liegt enorm daran, das man vieles einfach noch nicht weiß.
Der Umgang mit Menschen wird von Ärzten einfach gefordert, ohne das sie auch nur annähernd ausreichend darauf vorbereitet werden. Ich hoffe das man dies erkennen und ändern wird.

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