Nebennierenrindeninsuffizienz:

Ursachen:

Eine Nebennierenrindeninsuffizienz bedeutet, daß die NNR nicht mehr in der Lage ist ausreichend Hormone zu produzieren. Das kann verschiedenen Ursachen haben.
Zuerst unterteilt man in

Die Begriffe primär und sekundär geben in diesem Fall Aufschluß über die Lokalisation der Krankheitsursache.
Bei der primären Form ist die NNR selbst erkrankt. Sie ist nicht in der Lage eines der genannten Hormone, oder gar alle, wie Cortisol, Aldosteron, Renin und Androgene zu produzieren.
Bei der sekundären Form ist die Hypophyse, oder der Hypothalamus erkrankt. Die NNR kann an sich die genannten Hormone produzieren. Die Fehlfunktion liegt bei der Hypophyse oder dem Hypothalamus.

Der Hypothalamus produziert CRH, dieses Hormon gelangt zur Hypophyse die ACTH produziert und dieses ACTH, regt die NNR an, Cortsiol zu produzieren. ACTH regt in geringem Maße auch die Aldosteron Produktion an.
Diese wird aber Hauptsächlich vom Renin-Angiotensin-Aldosteron-Mechanismus angeregt. (siehe Nebennierenrinde - Anatomie)

Beschwerden:

Menschen die eine NNR-Insuffizienz haben, egal ob primär oder sekundär, sind in Streßsituationen extrem gefährdet, weil ihrem Körper zur Bewältigung vom Streß das nötige Cortisol fehlt. Sie können in einen Addison-Krise fallen, die lebensgefährlich ist. Deswegen sollten alle NNR-Insuff.Patienten unbedingt einen Notfallausweis, Cortison in Tablettenform und Hydrocortison zum intravenösen Spritzen bei sich führen.

Den Notfallausweis bekommen Sie von Ihrem behandelnden Facharzt. Dort ist ihre Cortisondosierung vermerkt, sowie Richtlinen der Cortisongabe bei Unfällen, Infektionen und bevorstehenden Operationen. Zusätzlich sind Anschrift und Telephonnummer ihres behandelnden Arztes vermerkt. Der Ausweis berechtigt Sie Spritzen mit sich zu führen. Er ist beim Zoll, sowie Polizeikontrollen anerkannt. Bitte legen Sie sich einen solchen Ausweis zu, er kann Ihr Leben retten!

Als Addison-Krise bezeichnet man den rapiden Abfall vom Cortsiolspiegel, aufgrund von urplötzlich, heftig auftretenden Streßsituationen.
Seine Symptome sind:

Der Cortisolspiegel rauscht bei Streßsituationen ab, wobei Streß nicht im Sinne von psychisch angesehen wird.
Streß für den Körper bedeutet Infektionskrankheiten, Operationen, Unfälle , Schock in allen Variationen, großer Blutverlust ect.
Seelischer Streß kann zwar auch Einfluß auf den Cortisolspiegel haben, führt aber nicht zur Addison-Krise.


Bei Streßsituationen (z.B. Erkältung, Grippe) für den Körper gilt es Cortison nachzunehmen, somit bekommen Sie eine Addison-Krise erst gar nicht. In welcher Menge und welche Cortisonart Sie einnehmen sollen, sagt Ihnen Ihr behandelnder Facharzt.

Wichtig zu wissen sei noch das nicht alle Streßsituationen zu einer Addison-Krise führen, denn nicht jeder Streß ist so stark, das der Körper die wichtigsten Funktionen nicht mehr ausführen kann.
Bei einem Cortisonabfall, spüren Sie im Regelfall im Vorfeld schon, das es Ihnen nicht gut geht und Sie nehmen Cortsion nach. Solang das Cortsiol nicht innerhalb "von Sekunden" rapide sinkt, kommt es auch zu keiner Krise.

Diagnostik:

Therapie:

Einnahme von Cortison, Aldosteron

Zweimal täglich soll das Cortisol genommen werden.
Die Schulmedizin bevorzugt Einnahmezeiten von acht Uhr Früh und sechzehn Uhr Nachmittag.

Aber viele Patienten kommen mit der Verteilung nicht über 24 Stunden. Sie bekommen dann Nachts beispielsweise die Beschwerden eines erniedrigten Spiegels zu spüren ect.
Darum: Die Cortsioneinnahme kann auf mehrmals am Tag verteil werden. Wie es für Sie die beste Art ist, werden Sie schnell feststellen.
Ich selbst teile meine Cortisoneinnahme auf viermal pro Tag auf. Außerdem habe ich die Dosierung der einzelnen Einnahme ausbalanciert.

Es gibt viele unterschiedliche Cortsionpräperate. Welches für Sie am Besten geeignet ist, wird ihr Facharzt mit Ihnen besprechen.

Wichtig zu wissen ist, das es Präperate gibt die eine Langzeitwirkung haben, das bedeutet, man kann sie nicht einfach mal schnell bei Bedarf hochdosieren. Z.B. Dexamethason
Dann gibt es Präperate die schnell wirken und abgebaut werden. Darunter fällt das Hydrocortison und das Cortisonacetat. Hydrocortison wird deswegen in der Notfallmedizin und bei der Addisonkrise gern angewandt, weil man es hochdosiert geben kann und die Wirkung nicht Monate hinterher noch hat.

Dann sei noch zu sagen, worauf Sie sonst noch achten müssen:
Wenn Sie im Alltag merken, es strengt Sie etwas an, zwingen Sie sich nicht dazu. Legen sie mehrere Pausen ein, achten Sie auf genügend Schlaf.

Achten Sie besonders auf Wechselwirkungen des Cortisols mit anderen Medikamente, seien das nun Tabletten, Salben, Augentropfen, Säfte, Vitaminpräperate, Erkältungsmitteln ect. Lesen Sie sich die Beipackzettel durch!

Achten Sie darauf, sich möglichst keine Magen-Darm Infektionen aufzufangen. Sollte Sie Montezumas Rache doch erwischt haben, müssen Sie sofort Ihren Arzt kontaktieren. Bei Durchfall muß die orale Cortsiongabe erhöht werden, da der Darm beschleunigt arbeitet und somit der Wirkstoff des Cortsions nicht ausreichend aufgenommen werden kann.

Sollte ein Erkältung im Anmarsch sein, oder eine Grippe, gehen Sie sofort zum Hausarzt, auch hier muß die Cortisondosis erhöht werden und zwar für den Zeitraum der Erkrankung plus zusätzlichen 48 Stunden drüber hinaus.
Danach wird das Cortsion langsam wieder herunterdosiert, mann nennt es auch Ausschleichen auf den Ausgangswert

Cortsion darf niemals, niemals einfach abgesetzt werden!!! Damit provozieren Sie eine Addison-Krise.Cortsion muß immer ausgeschlichen werden.

Besprechen Sie mit Ihrem Facharzt, wieviel Cortsion Sie zusätzlich einnehmen sollen, wenn Infektionen auftreten.
Sollten Sie Sportverletzungen, oder orthopädische akute Geschehen haben, sollten Sie ebenfalls an die Cortsiondosis denken.

Wörterbuch:

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