Hallo Natascha
Ich habe ihre HP und die Erfahrungsberichte mit großem Interesse gelesen und möchte nun auch meinen Teil dazu beitragen.

Ich werde versuchen,mich so kurz wie möglich zu fassen und einigermaßen verständlich zu schreiben.
Dies bereitet mir im Moment große Mühe,da ich unter starken Wortfindungsschwierigkeiten leide und oft nicht weiß wie ich mich ausdrücken soll.

Ich heiße XXX, bin noch 35Jahre alt, verheiratet und Mutter von 4 Kindern.
Bis zum August 2005 führte ich ein erfülltes Leben als Vollzeitmutti und managte unsere Familie.
Ich war immer auf Achse und überall dabei.
Streß war für mich ein Fremdwort.
Ich fühlte mich gut dabei und bekam von den Freunden meiner Kinder oft das Kompliment eine coole Mutti zu sein.

Von einer SD Erkrankung wußte ich nichts.
Ich bekam zwar bei kleinsten Anstrengungen Luftnot und einen roten Kopf, lief selbst im Winter im Tshirt rum, hatte Bluthochdruck und einen zu schnellen Herzschlag.
Deshalb nahm ich einen Betablocker und mein HA war sowiso der Meinung- alles Trainingsmangel.
Wir trugen zu der Zeit 2 mal pro Woche 450 Zeitungen aus, von Trainingsmangel konnte also keine Rede sein. Aber ich arrangierte mich damit und konnte gut damit leben.

Das änderte sich von einem Tag zum anderen nach einer OP im August 2005.
An diesem Tag ließ ich meinen Tennisarm ambulant operieren.
Heute verfluche ich diesen Tag und hätte lieber mit den Schmerzen im Arm gelebt,wenn ich gewußt hätte,was jetzt auf mich zukam.

Als ich nach der OP aufstand, wurde mir das erste mal total schwindlig und ich dachte ich fall um.
Ich mußte dann noch 2 km nach Hause laufen, da mich niemand fahren konnte.
Den Weg schaffte ich nur mit großer Mühe.
Meine Beine waren so unglaublich schwer und jeder Schritt eine Qual.
Eine totale Schwäche breitete sich in mir aus. Ich kam dann total durchgeschwitzt zu Hause an und konnte die nächsten Tage nur schlafen.
Selbst der Gang zur Toilette war zuviel.

Ich schob das auf die OP, obwohl ich bei anderen schwereren OP`s nicht solche Erfahrungen machte und immer gleich wieder fit war. Aufgefallen ist mir zu der Zeit,das ich unglaublich schwitzte und kreidebleich aussah.
Sogar mein HA war erschrocken, konnte mir aber auch nicht helfen. Außer Schmerztabletten kam von ihm nichts.

Eine Woche später kam der Tag, der mein ganzes Leben veränderte. Ich war wieder soweit fit,das ich mit Zeitungen austrug.

Als wir zurück kamen, war dann erst mal Streß weil am nächsten Tag die Schule wieder losging.Ich hatte also gut zu tun.

Da merkte ich,wie mir extrem schwindlig wurde. Ich hatte schon oft Unterzuckerungen und dachte mit etwas Essen und Ruhe gibt sich das wieder.
Ich war nie wehleidig und so machte ich meine Arbeit weiter.
Nach dem Abendessen steigerte sich der Schwindel,ich bekam Herzrasen und Luftnot.
Das Herzrasen wurde immer schlimmer, bis wir nach 1 Stunde in die Notaufnahme fuhren.

Dort mußte ich noch 1 Stunde warten.
Ich dachte, mein Herz springt mir aus der Brust, bekam keine Luft und konnte mich kaum auf den Beinen halten.
Das schlimmste war aber eine totale innere Unruhe,die es mir unmöglich machte sitzen zu bleiben.
Ich mußte mich bewegen.
Ich konnte vor Schwäche nicht, aber irgendetwas trieb mich innerlich an.

Endlich kam dann ein Assistenzarzt. Er sah meinen Zustand und machte ein EKG.
Ich hatte da seit über 2 Stunden eine HF von 180 und einen BD von 160/110.
Ich war total nass geschwitzt und konnte nicht mal auf der Liege bleiben.Zum einen wegen der Unruhe und weil ich keine Luft mehr bekam.

Der Arzt studierte ewig das EKG, konnte außer ein paar Unregelmäßigkeiten und dem schnellen Puls aber nichts feststellen.
Er war ratlos.
Ich hatte Todesangst,klammerte mich an die Hand meines Mannes und der Schwester und flehte nur das Herzrasen sollte bitte endlich aufhören.
Ich konnte nicht mehr.
Es war mittlerweile 23.00Uhr und der Arzt rief den Chefarzt zu Hause an,weil er nicht weiter wußte.
Die Schwester konnte das nicht mehr mit ansehen und legte mir erst mal eine Infusion.
Dann trieb sie den Arzt an, endlich was zu tun und versuchte mich zu beruhigen.

Als der Chefarzt kam rätselten sie immer noch, was sie mir geben könnten.
Die Diagnose des Chefarztes-Panikattacke,da ja sonst nichts zu finden war.

An die SD dachte keiner.
Sie spritzten mir dann Falicard,was erst beim zweiten mal endlich wirkte.
Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt über 3 Stunden einen Puls von 180 gehabt und war fix und fertig
Natürlich mußte ich im KH bleiben, wurde überwacht und das erste mal mit Faustan ruhiggestellt.
Am nächsten Tag wollte ich nach Hause, da sagte mir der selbe Arzt vom Abend vorher-haben sie sich schon mal im Spiegel angeschaut? So wie sie aussehen,können sie nicht nach Hause.

Ich war kreidebleich und zitterte bei jedem Schritt. Im nachhinein denke ich,das dieser Arzt der einzige war,der erkannt hat,wie schlecht es mir ging.

So verbrachte ich noch eine Woche im KH und es wurde einiges untersucht,die Ursache aber nicht gefunden und so stand am vorletzten Tag ein Psychologe an meinem Bett.
Da ich keine Ahnung von etwaigen Erkrankungen der SD hatte und alle Untersuchungen in Ordnung waren, glaubte ich dann auch an einen psychischen Auslöser.

Ich konnte mich nicht auf den Beinen halten und hatte noch oft nach dem Frühstück im KH weniger starke Anfälle.
Aber es war ja nun alles psychisch.
Also immer wieder Faustan.

Auf den Kaffee als Auslöser bin ich selbst erst viel später durch ein SD-Forum gekommen.
So wurde ich dann entlassen, mit dem Hinweis für eine baldmögliche Psychotherapie.

Ich kam nach Hause ,trank mit meinem Mann Kaffee und wieder ein Anfall. Mein HA kam und wieder bekam ich Faustan.

So lag ich dann die meiste Zeit des Tages nur auf dem Sofa, schwitze extrem und hatte Luftnot bei geringster Anstrengung, zitterte,die innere Unruhe machte mich fertig,ich hatte Panikattacken, mir war schwindlig, mein Puls und mein BD waren viel zu hoch, ich hatte ständig Durchfall,konnte mich nicht auf den Beinen halten,hatte Depris und dachte ich muß sterben.

Ich konnte nicht mal meine Kinder versorgen. Den Haushalt machte mein Mann.
Mein HA stellte mich auf 3 mal 1 Faustan ein und da war ich noch nicht ruhig.
Mir sagte mal ein Arzt:"-Ich verstehe nicht,wie sie bei der Dosis überhaupt noch laufen können."
Ich verstand es ja selbst nicht. Wenn ich wieder Anfälle von Herzrasen hatte,kam mein HA und spritze mir noch zusätzlich Faustan. So wurde ich abhängig.

Ich war bei vielen Ärzten zu der Zeit und es wurden einige Diagnosen gestellt,aber keine kam als Auslöser für meinen Zustand in Frage.

Ich habe hochgratigen Vit.B12 Mangel ,meine Immunwerte sind viel zu hoch(Aussage des Arztes-ihr Körper bekämpft irgendwas)Leukos immer zu hoch und mein Cholesterin zu niedrig.

Ich hatte im August eine Yersinien und eine EBV Infektion und einen Rechtsschenkelblock im EKG.
Die Infektionen waren aber abgelaufen,also nicht mehr zu beachten.Außerdem wurde beim Lungenfuntionstest festgestellt,das mir irgendwas die Luft abdrückt-aber was???

So fand niemand die Ursache und ich landete beim Psychologen.
Der konnte mir aber auch nicht helfen.Mein HA verlangte aber das ich hingehe.
Ich war ja psychisch krank und hätte sonst keinen AU Schein mehr erhalten.

Eine Schmerztherapeutin verschrieb mir dann das AD Remergil mit dem ich endlich von dem Faustan weg kam.Der Entzug war aber trotzdem die Hölle.

Das AD bekämpfte zumindest etwas die Unruhe,denn sonst wäre ich wohl durchgedreht.
So ging einige Zeit ins Land und mir ging es immer noch nicht besser. Oft schaffte ich nicht mal die Treppen ins Obergeschoss.
Trotz Psychologe.
Ich sprach meinen HA oft auf die SD an.Antwort-der TSH ist in Ordnung,das kann nicht sein.

Vor 2Monaten fand ich im Internet das SD Forum und fragte dort um Rat.
Jetzt ergab alles auf einmal einen Sinn.
Der Auslöser war wohl damals das Jod bei der OP,dazu die Infektionen.
Meine Symptome kommen von einer ÜF und deshalb reagiere ich auch auf den Kaffee.

Ich verlangte von meinem HA einen US der SD. Er meinte,da die Werte in Ordnung sind,wird der auch nichts ergeben. Aber er täuschte sich.

Meine SD ist 32ml groß und voller Knoten, von denen einer auf die Luftröhre drückt.
Deshalb der schlechte Lungenfunktionstest.
Mein HA schickte mich zum Szinti, bei dem festgestellt wurde, das ich kalte Knoten habe.
Also alles in Ordnung. L-Thyroxin um die SD am Wachsen zu hindern und das wars. Kontrolle in einem Jahr.

Meine Symptome können wegen der normalen Werte nicht von der SD kommen.
Ich verstehe das auch nicht.
Ich habe normale Werte und trotzdem die Symptome einer ÜF.
Jetzt habe ich natürlich Angst das ganze mit dem L-Thyroxin noch schlimmer zu machen.
Aber was soll ich tun?

Ich war beim einzigen Endo hier in Thüringen.
Der empfing mich mit den Worten-Was wollen sie mit ihren normalen Werten hier bei mir.Sie haben nichts.
Er war so barsch,das ich gar nicht zum fragen kam.
Trotzdem machte er einen US und das sehr ausführlich. Das war mit seiner ersten Meinung nicht zu vereinbahren, aber zu mir sagte er keinen Ton.
Er schrieb nur ständig und kontrollierte immer wieder das Bild,als wollte er es nicht glauben.
Dann wollte er doch noch eine Blutentnahme.

Von der Schwester erfuhr ich-für 2Antikörper. Als ich anrief und nach den werten fragte, war es nur noch ein AK und das Calzitonin.
Welcher AK weiß ich bis heute nicht.Ich warte immer noch seit 4Wochen auf den Befund.Auch von dem Calzitonin wußte ich nichts.

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So konnte mir bis jetzt niemand meine Fagen beantworten.
Zu dem Endo geh ich bestimmt nicht wieder und bei meinem HA bin ich mit meinen normalen Werten weiterhin Psycho.

Ich habe mich selbst im Net schlau gemacht und denke das ich MB habe.
Zumal ich auch mit den Augen große Probleme habe.
Auch die Infektionen und die OP als Auslöser würden passen.
Ebenso die Symptome.
Der Anfall nach der OP könnte eine Thyreotoxische Krise gewesen sein,die keiner erkannt hat.

Aber was nützt mir das,wenn ich keinen Arzt finde,der mich trotz der Werte ernst nimmt.
Ich bin ratlos.
Ist es wirklich MB, mache ich mit dem L-Thyroxin alles noch schlimmer.

Nur so kann es nicht weiter gehen.Ich will endlich wieder leben und für meine Kinder da sein.
Ich kann ja noch nicht einmal einkaufen da ich nicht länger stehen kann und jeder Tag ist eine Qual
.So versuche ich mit den Symptomen zu leben,aber das ist nicht die Lösung. Das ist kein Leben.

Mein HA stellt mir auf Psychisch krank gern einen AU Schein aus.
Ich müßte mich halt überwinden dann wird es besser,es wäre doch alles nur eine Panikerkrankung.

Ich weiß nicht,wie es weiter geht. Vielleicht finde ich ja doch noch einen Arzt der mir helfen kann.
Dann kann ich meinen Bericht,wenn das möglich ist ja fortführen.
Ich hoffe,der Bericht war jetzt nicht zu lang und ich konnte trotzdem etwas helfen.

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