Ich wurde im April letzten Jahres wg. Vorhoffflimmers ins Augsburger Zentralklinikum (das ist meine Heimatstadt) eingeliefert, dort wurde recht schnell klar, daß meine seit 2001 bekannte Schilddrüsenüberfunktion als Autoimmunerkrankung Morbus Basedow wieder zurückgekehrt war.
Nahezu 2 Jahre war ich beschwerdefrei gewesen. Es wurde mir wg. der Herzbelastung dringend dazu geraten, die SD entfernen zu lassen.
Ich wollte eine OP, doch der NUK und Chirurg überredeten mich zu einer Radiojodtherapie, da meine SD nur ein Volumen von 17 ml hatte und eine OP die Gefahr des versehentlichen Entfernens der Nebenschilddrüse barg.
Damit begann mein Leid, ich willigte im Juni letzten Jahres zu einer RJT ein. Nachdem die Probegabe eine kurze Haltwertzeit hatte, wurde bei der tatsächlichen Gabe noch zusätzlich 2 Tage Lithium dazugegeben und die Strahlung baute sich danach nicht ab.
Nach 10 Tagen haben sie mich aus der Quarantäne entlassen, obwohl ich den Normwert immer noch nicht hatte. Natürlich sind bei den Untersuchungen auch Kontrastmittel gegeben worden.

Es ging mir anfangs etwas besser, da ich keine Überfunktion mehr hatte, dann fiel ich allerdings sehr schnell mit einem TSH-Wert von 46,81 uU/ml in die Unterfunktion und mein damaliger Internist verschrieb mir daraufhin 2x 200 µ L-Thyroxin tgl.!!!
Ich bin 1,65 m groß und wog damals 63 kg! Heute wiege ich noch 54 kg! Wahnsinn, aber ich hatte keine Ahnung aber Vertrauen in seine Kompetenz.
Hinzufügen muß man noch, daß die RJT nicht so erfolgreich war, es blieb 6 ml Restvolumen von der SD übrig und das arbeitet natürlich weiterhin, die Therapie wurde natürlich von den ausführenden Ärzten als erfolgreich eingestuft.

Kurze Zeit später, Mitte August 2008, bekam ich unerklärliche Bauchschmerzen, mir war ständig übel, mußte mich immer wieder übergeben, etc.
Nachdem eine Magenspiegelung gemacht wurde und sonst nichts gefunden werden konnte, wurde ich wieder ins Krankenhaus eingeliefert, wo eine Darmspiegelung gemacht wurde und anhand des Atemtests wurde eine Laktose- und Fruktose-Intoleranz festgestellt.
Zudem wurde dann auch noch eine mittelgradige Depression diagnostiziert. Ich sollte etwas diäten und bekam Antidepressiva, 8 diverse wurde ausprobiert, ohne Erfolg, nur Mirtazapin 30 mg half beim Schlafen.
Ich war für 7 Wochen auf einer psychosomatischen Kur mit Diät, danach ging es mir noch schlechter als vorher...Bauchschmerzen und nochmal Bauchschmerzen...die nach Ansicht der Therapeuten allerdings alle psychischer Natur waren.
Ich bin jetzt 45 Jahre alt, war immer mitten im Leben gestanden, habe eine gute Arbeit und einen sportlichen und mittlerweile fast erwachsenen netten Sohn und habe noch nie mit psychischen Problemen zu tun gehabt!

Im Anschluß an die Kur stellte mein neuer Hausarzt mittels eines aufwendigen Stuhl- und Urintests eine massive Histamin-Intoleranz fest, das Diäten nahm also nochmal zu, meine Beschwerden auch.
Zwischenzeitlich wurde das SD-Präparat und die Dosis von einem Endokrinologen geändert, ich fiel wieder in die Überfunktion, dann wieder Unterfunktion und so ging das jetzt einige Male.
Zwischenzeitlich wurde auch noch ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest gemacht und mittlerweile habe ich noch eine Handvoll Lebensmittel, wie Kartoffeln, Kartoffelbrot, Margarine, Leinöl und Olivenöl, das ich essen kann, aber auch das nicht schmerzfrei und habe einfach nur Hunger.

Ich war bis April d.J. 7 Monate krankgeschrieben, dann habe ich es wieder mit Arbeit versucht, 3 Monate hat es geklappt und jetzt bin ich schon wieder seit Wochen daheim.
Ich habe immer wieder Magenkrämpfe und Koliken, habe täglich Schwindel und mein ganzer Körper brennt wie Feuer, der neue Endokrinologe sagt, das hätte mit meinem hohen Histaminwert zu tun.
Ich esse seit Februar d. J. keinen Käse, nichts mit Glutamat, keine Tomaten, Bananen, gelagertes Fleisch, sogar Nudeln esse ich glutenfrei, obwohl ich angeblich keine Sprue habe.

Ich habe zwischenzeitlich schon einen Kleinwagen in diverse Untersuchungen, Nahrungsergänzungsmittel - nehme ich nichts mehr - etc. gesteckt und man kann sich vielleicht vorstellen, wie man sich fühlt, wenn sich überhaupt keine Besserung einstellt.
Ich weiß nur eines sicher, daß es nicht an der Psyche liegt!
Natürlich bin ich sehr angeschlagen, aber wer wäre das nach diesem 1 1/2jährigen Marathon nicht?

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