Die Enstehungsgeschichte meiner Strickkarriere

Immer wenn ich den Wolladen in meiner Stadt betrete, geht ein Strahlen über das Gesicht meiner Wollfee.
Denn sie weiß, jetzt steht ein Großeinkauf an und in der Kasse klingelt's.

Ich habe früher Stricken gehaßt wie die Pest. In der Schule habe ich die Handarbeitslehrerinnen in den Wahn getrieben, weil ich ständig mein Strickzeug "vergessen" oder "verlegt" oder der "Hund hatte es gefressen" hatte.
Egal was im Unterricht gemacht wurde ich fand es doof, stinklangweilig und potthäßlich, was ich auch immer kundtat zur Freude der Lehrerinnen. Ich bin noch ein Jahrgang bei dem dieses Fach nicht abgewählt werden durfte.
Erst in der achten Klasse gab es dann diese Neuerung, was mich dazu bewog mit wehenden Fahnen in mein Lieblingsfach Kunst zu wechseln - wo ich auch die gesamte Schulzeit über blieb. Wiederum zur Freude der Handarbeitslehrerinnen und diesmal auch der Kunstlehrerinnen.

Als ich krank wurde, ich immer weniger machen konnte und sich zum Frust die Langeweile breit machte, kam Jürgi vorbei und brachte mir Stricknadeln und Strickbücher.
Was tun wenn einem langweilig ist, man sich nicht lang konzentrieren kann und die Hände nicht so wollen wie man selbst?
Ganz einfach lauthals fluchen, wutentbrannt diese Bücher zur Hand nehmen, alle Modelle als potthäßlich bezeichnen, die Stricknadeln böse anfunkeln und dann dem Mann offerieren, mit ihm Wolle kaufen zu gehen.

Nachdem ich die Wolle zuhause hatte, starrte ich wieder in übelster Laune in diese vermaledeiten Strickbücher.
Vor meinem geistigen Auge erschienen all die Handarbeitslehrerinnen mit ihren grauenvollen Stimmen, ihren noch gräßlicheren Prinz -Eisenherz -Frisuren, ihrer hauswirtschaftlichen Überlegenheit als gäbe es nichts anderes auf der Welt und ihren nach Mottenpulver stinkenden lila-kackbraun geringelten Grobstrickpullis.

Nachdem ich also wieder aus meiner gedanklichen Vergangenheistreise zurückkam, dachte ich mir das diese Handarbeitsmatronen vielleicht einfach nur schlechten Geschmack besessen hätten und man mit etwas gestalterischem Feingefühl etwas hervorzaubern könne, das nickt lila-kackbraun-geringelt wäre.
Also fing ich an die einzelnen Maschenarten zu üben. Dann nahm ich eine schöne Wolle zur Hand und fing an zu stricken.


Liebe Handarbeitsmatronen von damals, der Spruch: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr" (ARGH!!), den könnt Ihr euch in eure Prinz-Eisenherz-Frisuren schmieren. Der stimmt nämlich nicht!

Ich habe es trotzdem gelernt als erwachsene Frau und habe heute Spaß dran. Das liegt wohl daran, das ich nicht in meiner gestalterischen Freiheit eingeschränkt werde, weil eine potthäßlicher Kissenbezug auf dem Unterrichtsplan steht.

Natürlich ist es möglich, dass Sie meine Strickarbeiten hier ansehen und sie genauso gräßlich finden wie ich damals die Srick- stücke im Handarbeitsunterricht. Das ist schließlich Geschmackssache.

Aber wenn Sie Lust haben können Sie hier einige meiner Arbeiten ansehen. Viel Spaß dabei!

Natascha

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