Wie es zu dieser Seite kam

Nun ja der Urbeginn dieser Seite begann so gesehen 1999 als ich krank wurde. Bloß das wußte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht.

Denn zu Anfang meiner Krankheit war mein Glauben an die Medizin, Ärzte und med. Personal unerschütterlich - war ich doch selbst eine von ihnen.
Ich wußte -und weiß - was ich von mir beruflich verlangte, welches Wissen und Können ich voraussetzte. In meinem jugendlichen Leichtsinn ging ich davon aus das es bei allen anderen Menschen die in diesem Sektor arbeiten ebenso wäre.

Ein Trugschluß den ich schnell zu spüren bekam. Allein in meinem Arbeitsbereich als Krankenschwester auf meiner damaligen Station.

Zuerst glaubte man es wären die Nachwehen der OP, dann wunderte man sich darüber das ich so anders geworden war.

Dann begann man mir in's Gewissen zu reden, ich solle doch mal nachsehen lassen ob das seelischen Ursprungs wäre, da ich so viele Todesfälle in der Familie hatte.

Als ich darauf nicht einging, weil ich wußte das dies nicht die Ursache war, steigerte man den Druck und begann mir zu erzählen wie unkollegial ich doch wäre, die anderen müßten meine Schichten für mich mitarbeiten.

Auch das fruchtete bei mir nicht denn ich war krank - wirklich schwer krank wie sich später herausstellen sollte.

Dann begannen die Anrufe bei mir zuhause von den Stationsleitungen und nach und nach von der Pflegedienstleitung: Wann ich wieder kommen würde, wenn ich nicht könne dann solle ich kündigen, sie glaubten nicht das ich wirklich krank wäre, ich solle zum psychologischen Dienst, ich wäre unkollegial usw.

Ich, die bis dato für jeden die Schicht wechselte, die länger blieb wenn nötig, die ihren Kollegen half und die zu ihren Kollegen und Ärzten immer ein sehr gutes Verhältnis hatte. Auf einmal war in unkollegial, weil ich krank war.

Ich wurde mehrere Male zum Personalarzt zitiert - die absolut keine Fachausbildung für Endokrinologie haben und deren Verständnis und Wissen sich dementsprechend äußerte.

Das ich drei Arbeitsversuche zur Wiedereingliederung gemacht hatte und den letzten erfolgreich absolviert hatte, fiel völlig unter den Tisch.
Das ich beim letzten sogar zuvor noch stationär im Krankenhaus lag und auf Entlassung drängte damit ich den Arbeitsversuch erfolgreiche beenden und wieder normal arbeiten könne, interessierte nicht.
Ich kroch unter hochdosierter Antibiose sogar auf meine Station zum arbeiten....und im Nachhinein haben sich meine Ärzte gewundert wie ich in dem Zustand überhaupt noch gehen konnte.

Als ich meinen letzten Arbeitsversuch erfolgreich beendet hatte war es zuerst einer meiner Oberärzte der mir sagte, daß er sich darüber freue das ich wieder da wäre. Die nächsten die sich freuten waren unsere Anästhesisten.
Von der Pflegedienstleitungen hörte ich in diese Richtung nichts.
Immer von den Personen von denen man es am wenigsten erwartet, wurde ich angenehm überrascht.

Als ich dann auf dem Weg zur Arbeit umfiel und mir keiner half, war mir klar das es so nicht mehr ginge.

Ich ließ mich wieder krankschreiben, nachdem ich es 3 Monate versucht hatte.

Das veranlaßte meine damalige Pflegedienstleitung dazu gegen mich weiterhin vorzugehen, was bedeutete mich vorzuladen ohne mir schriftlich oder mündlich Bescheid zu geben und mich daraufhin Abmahnen zu wollen.

Als ich dann mithilfe eines Anwaltes gegen diese miese Form von Mobbing - denn nichts anderes war es - vorging, war dann endlich Ruhe.

Eine Entschuldigung seitens der Leitungen hat es nie gegeben.
Jedoch gab es eine handvoll Kollegen die trotzdem zu mir gehalten haben.

Nun ja und wärend ich nun also an allen Fronten gleichzeitig kämpfen mußte: Ärzte, Berufsleben, Krankenkasse, Rententräger, Arbeitsamt, Versorgungsamt Augsburg und all die lieben Gutachter, da bekam ich eine solche Wut!

Ein Wut darauf wie ignorant die meisten waren und eine noch größere Wut weil es kaum Informationsmaterial gab!

Das wollte ich ändern, denn ich wollte nicht das es anderen genauso ginge wie mir. Sie sollten nicht aufgeschmissen sein! Sie sollten Hilfe bekommen.

Also begann ich im Jahr 2000 damit mir einen PC zuzulegen und ein Skript zu schreiben, das wollte ich dann in Arztpraxen auslegen.

Als ich dann fertig war mit dem Skript ließ ich es Korrektur lesen bei der Schilddrüsen-Liga e.V.
Dort war man sehr nett und höflich, sagte mir aber das Betroffene gar nicht soviel wissen wollen über ihre Krankheit.
Diese Ausführlichkeit würde Patienten nur stören.

Ok dachte ich mir, wenn ihr meint wir als Betroffene wollen nicht genau wissen was mit uns los ist, dann habt ihr euch geschnitten.

Ich setzte mich hin und begann mir Webdesign beizubringen. Ich fing mit HTML an und es dauerte Ewigkeiten und strengte mich enorm an, bis der Erstentwurf der Seite fertig war.

Aber es war der einzig machbare Weg für mich Informationen bereitzustellen und Betroffene zu erreichen.

Bis auf meine Familie und Freunde lachte mich jeder aus und belächelte mein Vorhaben.
Besonders weil ich die Devise hatte: "Und wenn ich nur einem einzigen Menschen damit weiterhelfen kann, so hat es sich für mich gelohnt."
Außerdem war ich so irre das ganze kostenlos zur Verfügung zu stellen, das verstanden ja noch weniger Personen!

Heute nach 10 Jahren belächelt mich niemand mehr deswegen, denn meine Grundidee hat funktioniert!

Meine Überzeugung das Patienten bis ins kleinste Detail wissen wollen was mit ihrem Körper los ist und warum, war richtig.
Meine Intuition das über's Internet zu machen und mich von keinem Verein, von keiner anderen Person abhängig zu machen, war goldrichtig.
Denn nur so war gewährleistet das mit dem Wissen nicht hinterm Berg gehalten wurde um Schein-Interessen von anderen zu schützen.

Meine Informationen kostenlos zur Verfügung zu stellen und mich nicht daran zu bereichern war und ist ebenso richtig, wie wichtig.
Denn die meisten Erkrankten sind finanziell schon so am Ende das sie sich eine kostenpflichtige Beratung gar nicht leisten könnten.
Wer nur nach dem Gelde schielt, der hat nicht begriffen worum es mir geht.

Nach diesem Prinzip haben sich viele wertvolle Freundschaften und Bekanntschaften im Kreis von Betroffenen entwickelt.
Ich habe Zuschriften aus der ganzen Welt erhalten und das hat mir gezeigt, das die Probleme auf der ganzen Welt die gleichen sind.

Es hat mir aber auch gezeigt das Menschen auf der ganzen Welt die gleichen Wünsche und Hoffnungen haben.....
und das wiederum hat mich in dem was ich tue nur noch mehr bestärkt.

Diese Seite entstand so gesehen aus der Wut und der Rebellion meinerseits gegen die Intoleranz und Arroganz anderer Menschen und aus meinem Wunsch heraus anderen Menschen diesen elendigen Weg den ich gehen mußte zu ersparen.

Warum ich diese Seite überhaupt mache?

Ganze einfach weil ich das Leben liebe, weil ich meinen Gegnern gegenüber nicht klein beigebe, weil ich immer wieder aufstehe, weil ich versuche immer mein Bestes zu geben.

Ich bin der felsenfesten Überzeugung daß man die Welt zum Positiven hin verändern kann, aber dazu muß man selbst aufstehen, gehen und anderen Lebewesen mit Achtung und Respekt entgegenkommen. Erst dann macht es einen Sinn.

In diesem Sinne:
Natascha

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